Senkung der Umsatzsteuersätze

Das „Zweite Corona-Steuerhilfegesetz“ inklusive Senkung der Umsatzsteuersätze kommt in ganz großen Schritten. In Rekordzeit ist ein Gesetzentwurf entstanden, der nun durch das Gesetzgebungsverfahren gejagt werden soll. Auch am begleitenden BMF-Schreiben wird schon gearbeitet. Was bedeutet das für gemeinnützige Organisationen?

Auch für gemeinnützige Organisationen ist die Absenkung der Umsatzsteuer relevant, denn in der Vermögensverwaltung und im Zweckbetrieb fällt der ermäßigte Umsatzsteuersatz an, im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb der Regelsteuersatz. Beide Steuersätze sollen für einen Zeitraum vom 1.Juli 2020 bis 31.Dezember 2020 auf 5% bzw. 16% abgesenkt werden. Aber nicht nur für eigene Umsätze ist diese Absenkung von Bedeutung, sondern auch für bezogene Eingangsleistungen fällt weniger Umsatzsteuer an. Und da gemeinnützige Organisationen viele Eingangsleistungen im nicht steuerbaren ideellen Bereich beziehen, profitieren sie dabei direkt von der Absenkung der Steuersätze.

Für die Anwendung der Steuersätze wird es darauf ankommen, wann die Leistungen erbracht werden. Dienstleistungen gelten als im Zeitpunkt ihrer Vollendung als erbracht, also am letzten Tag. Werklieferungen gelten dann als erbracht, wenn die Übernahme/Abnahme erfolgt. Für reine Lieferungen kommt es generell auf die Verschaffung der Verfügungsmacht an. Bei bewegten Lieferungen gilt der Transportbeginn als Lieferzeitpunkt. Wenn dieser Tag in die „Niedrigsteuerphase“ fällt, ist der Umsatz mit dem abgesenkten Steuersatz zu besteuern, danach wieder mit dem höheren Steuersatz. Das gilt auch für Teilleistungen, sofern diese vereinbart wurden. Durch Vereinbarung von Teilleistungen können daher Umsätze teils in die „Niedrigsteuerphase“ verschoben werden.

Da diesbezüglich Fehler vorprogrammiert erscheinen, wird aktuell eine Nichtbeanstandungsregel für den B2B-Bereich diskutiert. So könnte z.B. die Anwendung eines zu hohen Steuersatzes als unbeachtlich eingestuft und der Vorsteuerabzug nicht beanstandet werden, wenn der Leistende die Umsatzsteuer abgeführt hat.

Für Anzahlungen wird es wohl wieder eine Vereinfachungsregel geben, sowohl für die Absenkung als auch später für die Erhöhung. Vereinfachungsregeln wird es vermutlich auch für Pfandbeträge, Jahresboni, Telekommunikationsleistungen, Strom-/Gas-/Wärmelieferungen usw. geben. Auch die Sachbezüge und Wertabgaben, wie z.B. die Überlassung von Fahrzeugen an das Personal oder die Mitarbeiterverpflegung etc. sind u.U. von der Änderung betroffen und dürfen nicht vergessen werden. Die zuständigen Stellen wie z.B. die Lohnbuchhaltung benötigen dazu entsprechende Informationen.

Verträge, die als Rechnung dienen und in denen deshalb ein konkreter Steuersatz und Steuerbetrag ausgewiesen sind, müssen geändert werden. Nicht zuletzt sind Kassen- und Buchhaltungssysteme auf die Änderungen vorzubereiten.

Viel Arbeit in kurzer Zeit.

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Senkung der Umsatzsteuersätze

Das „Zweite Corona-Steuerhilfegesetz“ inklusive Senkung der Umsatzsteuersätze kommt in ganz großen Schritten. In Rekordzeit ist ein Gesetzentwurf entstanden, der nun durch das Gesetzgebungsverfahren gejagt werden soll. Auch am begleitenden BMF-Schreiben wird schon gearbeitet. Was bedeutet das für gemeinnützige Organisationen?

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